Berichterstattung Hochwasserhilfe

Berichterstattung anlässlich der Flutkatastrophe

Interview mit Geschäftsführendem Direktor Burkhard Müller zur Forderung nach einer Verbesserung des Katastrophenwarnsystems


Link zum Beitrag: https://www.1730live.de/ist-frueh-genug-gewarnt-worden/ 


Landkreistag Rheinland-Pfalz fordert neue Warnsysteme


Der Landkreistag Rheinland-Pfalz fordert nach der Unwetter-Katastrophe neue Warnsysteme, um die Menschen besser zu schützen. Dazu sollten auch moderne Sirenen-Anlagen gehören.


"Wir brauchen neue Warnsysteme, wir brauchen neue Warnsignale und wir brauchen mehr Aufmerksamkeit für neue Warnsignale, damit sich die Bevölkerung darauf einstellen kann", sagte Burkhard Müller, der Geschäftsführende Direktor des Landkreistages, dem SWR. Bei der jetzigen Unwetter-Katastrophe sei die Sirenen-Warnung wegen der lauten Flut- und Zerstörungsgeräusche zum Teil gar nicht zu hören gewesen. Mit den vorhandenen Sirenen-Signalen sei eine solche Flut gar nicht zu bewältigen, so Müller.


Das Video mit dem Hochwasserexperten Dr. Piroth können Sie unter folgendem Link ansehen: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/schaltgespraech-dr-piroth-100.html


"Wir brauchen lautere Sirenen und neue Sirenen-Signale"


"Das Erste was wir brauchen ist eine Sirenen-Ertüchtigung, damit die Sirenen lauter werden. Zweitens brauchen wir neue Sirenen-Signale. Und wir müssen die Bevölkerung schulen, für diesen neuen Signale." Laut Müller könnte es beispielsweise ein Signal geben, das heiße: "Nicht mehr in den Keller gehen." Das hätte bei den Überflutungen Leben retten können. Wenn die Menschen derzeit eine Sirene hörten, gingen sie meistens von einem Feuerwehreinsatz wegen eines Brandes aus. Zudem gebe es bei alten Sirenen immer noch das Signal Fliegeralarm. Das brauche man nicht mehr, sondern "neue Signale für neue Lagen", so der Geschäftsführende Direktor des Landkreistages.

 

"Warnungen per Handy, Radio und TV weniger zuverlässig"


Katastrophenwarnungen per Handy oder über Radio und Fernsehen hält Müller für weniger effektiv, weil sie von der Stromversorgung abhängig seien. Die Mobilfunk-Infrastruktur habe sich bei den Unwettern als wenig robust erwiesen. Masten seien weggebrochen "wie Streichhölzer". Hier müsse man über eine Ertüchtigung der Netze nachdenken.


Landesfeuerwehrverband: Sirenen und digitale Systeme kombinieren


Auch der Landesfeuerwehrverband (LFV) verlangt, die Warnsysteme zu verbessern. So sollten die Sirenen-Alarme wieder flächendeckend eingeführt werden. Das fordere der Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz schon seit Jahren, so LFV-Präsident Frank Hachemer. Er spricht sich für ein modulares Warnsystem aus. Analoge Sirenen und moderne Sirenen, die auch Sprachdurchsagen ausstrahlen können, müssten im Verbund mit digitalen Systemen wie Warn-Apps wirken. "Es ist schon lange technisch möglich, die digitalen TV-Geräte, Werbetafeln und Anzeigen in öffentlichen Verkehrsmitteln bei Alarm direkt anzusteuern." Diese technischen Möglichkeiten sollten genutzt werden, sagte Hachemer.

 Quelle: SWR vom 20.07.2021, Herrn Dirk Rodenkirch